Die Gemeinden
stehen vor der Herausforderung, ihre Altersleitbilder nachhaltig umzusetzen.
Welche Stolpersteine und Hemmschwellen es dabei zu meiden gilt und welche
Vorgehensweisen erfolgversprechend sind, soll das praxisorientierte
Forschungsprojekt aufzeigen.
Im Bereich der Alterspolitik gibt es zahlreiche Informationen und
Empfehlungen zur Erstellung von Altersleitbildern. Doch Hilfreiches dazu, wie diese Leitbilder durch die Gemeinden
konkret umgesetzt werden können, gibt es wenig. Das gemeinsam von altervia und der Universität Fribourg initiierte Projekt «Gestaltungspotentiale in der kommunalen Alterspolitik» wird Entscheidungsprozesse in der kommunalen Alterspolitik ausleuchten und aufzeigen, wie
Projekte und Massnahmen innovativ gestaltet und umgesetzt werden können. Die
Resultate sollen dazu beitragen, Hemmnisse innerhalb von Planungsprozessen
gezielt abzubauen und Umsetzungsprozesse effizienter zu gestalten.
Bauen für Demenzkranke Immer mehr Menschen werden 85 und älter -
so werden Demenzerkrankungen in vereinzelten Kreisen bereits als Volkskrankheit
wahrgenommen. Ein Thema, das nicht nur Heimleiter und Gesundheitsspezialisten
betrifft, bei der Planung von Betreuungseinrichtungen für Betroffene gilt es
auch aus architektonischer Sicht, vielerlei zu beachten. Kürzlich ist hierzu
das Arbeitsbuch «Gestaltung von Betreuungseinrichtungen für Menschen mit
Demenzerkrankungen» erschienen, eines, das Vorgehensweisen thematisiert,
mögliche Massnahmen aufzeigt sowie Checklisten und Tabellen bietet. Dahinter
stehen zwei erfahrene Architekten und eine Fachjournalistin, die in Zusammenarbeit
mit weiteren Experten ein Instrument auf den Markt bringen, das sich durchaus
als hilfreich und anregend erweisen wird…
Sandra D’Arienzo: Bauen für Demenzkranke,«baublatt – Die Fachzeitschrift
für die Schweizer Baubranche», Ausgabe 93/2006, S. 14 - 16
Tom
Levold, Köln: Neuvorstellung,
in: www.systemmagazin.de Das Arbeitsbuch möchte alle ansprechen, die
aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit damit beschäftigt sind, für demente
Menschen Lebensräume zu entwerfen und zu gestalten, die es ihnen erlauben, in
Sicherheit und Würde ihren Lebensabend zu verbringen. Die Nutzer brauchen
übersichtliche und kompakte Darstellungen der Problemlagen, Hinweise auf die zu
berücksichtigenden Gestaltungselemente und Tools für die Planungs- und
Durchführungsprozesse auf den verschiedenen Ebenen. Diesen Anforderungen wird
der Band auf gute und angenehme Weise gerecht. Einer kurzen Darstellung der
Problematik der Demenzerkrankung und ihrer psychosozialen Folgen, der eine
orientierende Einführung in die Aufgabenstellung dieses Arbeitsbuches
vorhergeht, folgen ausführliche Empfehlungen für die Projektentwicklung und die
Gestaltung von Einrichtungen. In gut gestalteten Übersichten werden Vor- und
Nachteile von gemischten oder spezialisierten Betreuungsformen präsentiert und
verschiedene Raum- und Organisationskonzepte vorgestellt. Es folgen Vorschläge
für die Erarbeitung einer Projektskizze, die den Beteiligten einen Überblick
über die zu berücksichtigenden Faktoren erlaubt (Standortbestimmung,
Projektauftragsverhandlung, Auftraggeber, Beteiligte, Spielregeln,
Rahmbedingungen, Unterlagen, Zeitplan, Kostenschätzung, Einbeziehung laufender
Projekte in der Kommune). Auf dieser Basis kann dann ein Grobkonzept
ausgearbeitet werden, für das umfassende Gestaltungsempfehlungen ausgesprochen
werden. Diese Empfehlungen, die sowohl architektonische Details
(Barrierefreiheit, Böden, Treppen etc.) als auch psychosoziale Aspekte
betreffen (Gruppengröße, Sinnesanregungen etc.), werden übersichtlich
tabellarisch dargestellt, mit einer spezifischen Begründung sowie Kommentaren
und (illustrierten) Beispielen zu jeder Empfehlung. Es schließen sich
Arbeitsinstrumente für die Projektentwicklung an, z.B. Planspiele, Entwicklung
von Szenarien, „Möblierungsübungen“ und Einsatz von Modellen, Verwendung von
Lösungen von bereits vorhandenen Projekten, Einbeziehung von Fachleuten und
Herstellern etc. Insgesamt ein außerordentlich nützliches, ganz auf die
praktische Umsetzung von Projekten .. ausgerichtetes Buch, das nicht nur
ausgezeichnet gestaltet ist, sondern durch zahlreiche großformatige Fotos alter
Menschen auch atmosphärisch vermittelt, was Beziehungsqualität für
Demenzerkrankte beinhaltet. Eine beigefügte CD, auf der das komplette Buch
sowie die Materialien im Anhang als PDF abgespeichert ist, erlaubt auch den
Zugriff in einer Arbeitssituation, in der die Printausgabe gerade nicht zur
Hand ist. Auch wer im Bereich der Altenbetreuung Beratungsfunktionen ausübt,
kann von der Lektüre dieses Bandes nur profitieren.